KV – f/stop Satellit

Elske Rosenfeld und Achim Lengerer in Zusammenarbeit mit Bakri Bakhit und Anna Voswinckel: Unterbrechungen. Skripte, Proben, Gesten

KV

Kolonnadenstraße 6, 04109 Leipzig

 

Eröffnung: 21. Juni 2018, 19:00 Uhr

22. Juni – 15. Juli 2018

Di 12 – 22 Uhr, Do 16 – 19 Uhr, Fr 16 – 19 Uhr, Sa 14 – 18 Uhr

Die Ausstellung „Unterbrechungen: Skripte, Proben, Gesten“ setzt zwei künstlerische Arbeitskomplexe zur Ost/West-Geschichte linker/dissidentischer Projekte in Bezug zueinander. Achim Lengerer und Elske Rosenfeld beschäftigen sich hierbei mit Dokumenten historischer Ereignisse, in denen Institutionen, Gruppen und Individuen ihre politischen Konflikte sprachlich – und jenseits der Sprache, in körperlichen Gesten – artikulieren. Diese werden jeweils auch als Formen der Unterbrechung und Öffnung historischen Narrative verstanden, in anderen Worten als Momente der revolutionären Gleichzeitigkeit von Möglichkeit und Scheitern.

 

Für die Ausstellung im KV Leipzig werden aus diesen beiden Arbeitskomplexen je eine neue Arbeit in einem gemeinsamen Arbeitsprozess mit Zeitzeug_innen und Studierenden der HGB entstehen: Achim Lengerer wird für „Unterbrechungen: Skripte, Proben, Gesten“ auf Textmaterialien und Transkription seiner Recherche zur Rezeption von Peter Weiss’ Stück „Trotzki im Exil“ sowie seines literarischen Hauptwerkes „Die Ästhetik des Widerstands“ in der BRD und DDR zurückgreifen, die er in performativen und öffentlichen Leseproben inszenieren wird. Elske Rosenfeld entwickelt ein neues Format ihres Projekts „A Vocabulary of Revolutionary Gestures“. In diesem beschäftigt sie sich anhand einer Videosequenz vom Zentralen Runden Tisch der DDR, Dezember 1989 sowie weiteren Dokumenten aus den jüngeren globalen Aufständen und Protestbewegungen ab 2011 mit dem Körper als Austragungsort und Archiv historischer Erfahrungen.

 

Achim Lengerer setzt sich in seiner künstlerischen Praxis mit politischen Wirkungs- und Funktionsweisen von Sprache und Text auseinander. Lengerer ist Mitgründer der freitagsküche in Frankfurt/Main und leitet seit 2009 den mobilen Ausstellungsraum und Verlag Scriptings. 2017 Teilnahme an der documenta 14 mit der 21-stündigen Radioarbeit „different time, different place, different pitch“ (zusammen mit Dani GaL), produziert von Savvy Funk/Deutschlandfunk. Lengerer promoviert zurzeit an der Goldsmiths, University of London, UK.

 

Elske Rosenfeld (geb. 1974, Halle/S.) forscht als Künstlerin und Autorin zum Verhältnis von Körper und Sprache in revolutionären Ereignissen, zur Geschichte von 1989/90 und Formen der Dissidenz. Ihre Arbeiten waren international u.a. hier zu sehen: Gorki Herbstsalon (2017), im mumok kino, Wien (2016), steirischer herbst, Graz (2015), Devi Art Foundation, Delhi (2013), Former West, Utrecht (2010). Aktuell recherchiert sie u.a. für das f/stop-Festival zum https://f-stop-leipzig.de/de/in-situ/ und leitet gemeinsam mit Suza Husse/District Berlin das Projekt „Künstlerische Forschung im Archiv der DDR-Opposition“. Sie bloggt auf www.dissidencies.net

Do, 21. 6. 2018

19:00
Eröffnung Elske Rosenfeld und Achim Lengerer: Unterbrechungen. Skripte, Proben, Gesten