Hauptausstellung

Zerrissene Gesellschaft

Ludovic Balland, Paula Bulling/Anne König, Christiane Eisler/Silke Geister, Forensic Architecture, Nicolas Giraud/Bertrand Stofleth, Matthias Hoch, Jonathan Horowitz, Susanne Kriemann, Harald Kirschner, Alexander Kluge, Ferdinand Kriwet, Ute Mahler, Emanuel Mathias, Anastasia Potemkina, Andreas Rost, Miklós Klaus Rózsa, Erich Salomon, Christoph Schäfer, Andrzej Steinbach, Bertrand Stofleth, Steffen Zillig u.a.

Immer öfter führen Wahlen oder Plebiszite zu einem Votum, das auf ein Patt hinausläuft: vom Brexit, über die Präsidentschaftswahlen in den USA bis zur zäh verlaufenden Regierungsbildung in Deutschland. Oft sind die Argumente zwischen den konkurrierenden politischen Gruppen so verhärtet, dass eine Vermittlung nur schwer möglich scheint: Zerrissene Gesellschaft. Die neuen digitalen Kommunikationsformen und die zunehmende soziale Segregation befördern ein Leben in der „eigenen Blase“. Algorithmen bestätigen die eigene Weltsicht, indem sie das in den Vordergrund rücken, was man „liked“. Verloren geht dabei, was moderne Gesellschaften ausmacht: Unterschiedlichkeit – und die Notwendigkeit einer fortgesetzten kommunikativen Vermittlung.

 

Wie kann durch die Fotografie das Gesellschaftliche – das schwierige Ganze – wieder in den Blick gerückt werden? Auf welche Weise kann sie heute ein Medium des Demokratischen und der gesellschaftlichen Vermittlung sein? Und wie lassen sich Aushandlungs- und Kommunikationsprozesse fotografisch begleiten? Diesen Fragen geht das 8. Festival für Fotografie f/stop in mehreren Ausstellungsteilen auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei und im Stadtraum nach. Mit einem Projektteil, der sich mit dem Jahr 1990 befasst, soll exemplarisch gezeigt werden, wie Fotografie als ein Mittel der Vergegenwärtigung und Erinnerung dabei helfen kann, einen gesellschaftlichen Diskussionsprozess anzustoßen und als dessen Katalysator zu dienen. Gleichberechtigt neben der Fotografie zeigt das Festival auch Zeichnungen. Als Korrektiv der Fotografie – als ihr Gegenüber – gewinnt das Medium gegenwärtig wieder an Bedeutung.

 

Die Hauptausstellung in der Halle 12 zeigt internationale Positionen, die gesellschaftliche Entwicklungen in ihrer Alltäglichkeit und langen Dauer erfassen. Ein Beispiel hierfür ist die Arbeit „La Vallée“ (2013 – 2018) von Nicolas Giraud und Bertrand Stofleth – ein fotografisches Langzeitprojekt, das den Zerfall der ältesten Industrieregion Frankreichs, dem Gebiet zwischen Lyon und Saint-Étienne, dokumentiert. Auf ähnliche Weise setzt sich Susanne Kriemann mit der Landschaft des Erzgebirges nach dem Ende des Uranbergbaus auseinander. William Faulkners Diktum „Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen“ besagt, dass das, was wir Geschichte nennen, nichts anderes ist, als die Strahlenkunde einer Gesellschaft. Manche Konfliktlinien erweisen sich in dieser Hinsicht als besonders aktiv, sie strahlen in die Gegenwart, ihre Energien reichen weit in die Zukunft.

 

In Auseinandersetzung mit einer hochfrequenten Vermittlung von Ereignis, ihrem ständigen Abreißen, wie es sich in den Massenmedien etabliert hat, untersuchen viele Arbeiten in der Ausstellung das „Nachleben“ momenthafter Ereignisse und ihrer Langzeitwirkung. Der Schweizer Typograf, Buchgestalter und Fotograf Ludovic Balland etwa hat für „American Readers at Home“ im Vorfeld des US-Wahlkampfs 2016 Amerika bereist und Bürgerinnen und Bürger danach befragt, was ihnen von den Nachrichten des Vortags im Gedächtnis geblieben ist.

Halle 12
Zerrissene Gesellschaft: Ereignisse von langer Dauer

Paula Bulling­/­Anne König, Christiane Eisler­/­Silke Geister, Forensic Architecture, Nicolas Giraud­/­Bertrand Stofleth, Matthias Hoch, Susanne Kriemann, Harald Kirschner, Alexander Kluge, Emanuel Mathias, Anastasia Potemkina, Andreas Rost, Miklós Klaus Rózsa, Erich Salomon, Christoph Schäfer, Andrzej Steinbach, Steffen Zillig u.­a.

Halle 14C
Zerrissene Gesellschaft: Your Land/My Land. Wahlkampf in den USA

Ludovic Balland, Jonathan Horowitz, Ferdinand Kriwet

Galerie Dukan, Halle 18
Zerrissene Gesellschaft: Ibrahim Böhme

Ute Mahler

Spinnerei archiv massiv, Halle 20A
f/stop Print: Im Krankenhaus

Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld, Elisabeth Neudörfl, Timm Rautert

 

 

 

Fr, 22. 6. 2018

19:00
Eröffnung Festival und f/stop Komplizen    
21:00 –
04:00
f/stop Party mit Carlotta Jacobi (Feat. Fem), Kanne (IILW), Dorothy Parker (Cry Baby), CMD Q (KANN), Qnete 777 Recordings, ab 21:00 im f/stop Garden neben Halle 12, ab 23:00 weiter im V (Halle 16)    

Sa, 23. 6. 2018

10:00 –
11:00
Führung durch die Ausstellungen mit den f/stop-KuratorInnen Anne König und Jan Wenzel, Treffpunkt: Festivalzentrum    
11:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig (Projektmodul „Zerrissene Gesellschaft. Kunst und demokratische Prozesse“, unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Zimmermann). Treffpunkt: Festivalzentrum    

So, 24. 6. 2018

10:00 –
11:00
Führung durch die Ausstellungen mit den f/stop-KuratorInnen Anne König und Jan Wenzel, Treffpunkt: Festivalzentrum    
11:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig. Treffpunkt: Festivalzentrum    

Mo, 25. 6. 2018

15:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig. Treffpunkt: Festivalzentrum    

Di, 26. 6. 2018

15:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig. Treffpunkt: Festivalzentrum    

Mi, 27. 6. 2018

15:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig. Treffpunkt: Festivalzentrum    

Do, 28. 6. 2018

15:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig. Treffpunkt: Festivalzentrum    

Fr, 29. 6. 2018

15:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig. Treffpunkt: Festivalzentrum    

Sa, 30. 6. 2018

10:00 –
11:00
Führung durch die Ausstellungen mit den f/stop-KuratorInnen Anne König und Jan Wenzel, Treffpunkt: Festivalzentrum    
11:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig (Projektmodul „Zerrissene Gesellschaft. Kunst und demokratische Prozesse“, Leitung von Prof. Dr. Dr. Zimmermann). Treffpunkt: Festivalzentrum    

So, 1. 7. 2018

10:00 –
11:00
Führung durch die Ausstellungen mit f/stop-KuratorInnen Anne König. Treffpunkt: Festivalzentrum    
11:00 –
19:00
Stündliche Führungen durch die Ausstellungen mit Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Leipzig. Treffpunkt: Festivalzentrum