F/Stop wird in diesem Jahr drei Jahre alt. Memoiren will es noch längst nicht schreiben, aber drei Jahre Festivalgeschichte bergen bereits viel Erzählstoff. Ein Rückblick auf F/Stop und seine Entstehung scheint uns in Anbetracht des diesjährigen Themas Von hier aus, wohin? essentiell.
Also von vorn. Was ist F/Stop? Die kurze Antwort: ein internationales Festival für zeitgenössische Fotografie, das in diesem Sommer zum dritten Mal in Leipzig stattfindet. Festival? Für Fotografie? In Leipzig? Unsere Festivaldirektorin Kristin Dittrich hat diese mal neugierigen, mal skeptischen Fragen oft beantwortet, seit das Zentrum für Zeitgenössische Fotografie (ZZF e.V.) daran arbeitet, die Vision Wirklichkeit werden zu lassen: Eine ständige Institution für zeitgenössische Fotografie in Leipzig zu etablieren, von der Impulse ausgehen für die hiesige Fotografiekunstszene.

Ausstellungstitel "Siehe, der Mensch"
Mit Enthusiasmus und den Erfahrungen aus ihrer Arbeit bei Paris Photo und an der Kunsthalle Rudolfinum in Prag, wo sie die europäische Fotografieszene entdeckte, kam Kristin 2004 zurück nach Deutschland, nach Leipzig, wo es immer hieß: »Man müsste!«, aber wo nichts passierte für die künstlerische Fotografie. Eine kuratierte Ausstellung mit dem Anspruch, Fotografie nicht als Massenmedium, sondern als Medium zur künstlerischen Auseinandersetzung zu begreifen, das vermisste KD in Deutschland. Die Bilder sollten etwas zu sagen haben, kommunizieren – sowohl miteinander als auch mit dem Betrachter.
15 Mitstreiter für das ehrgeizige Projekt fand KD in ihrem kreativen Umfeld. Im Sommer 2006 war es schließlich so weit. Eine Gruppe junger Akteure aus Leipzigs Kunstszene – Kuratoren, Fotografen, Journalisten, Wissenschaftler, Kritiker und Kulturmanager – brachten das Zentrum für Zeitgenössische Fotografie (ZZF e.V.) auf den Weg. Die Gründungsfeier war schlicht. Nach der visionären Ansprache von KD gab es Grillwürstchen und Bier und mittendrin fielen riesige Hagelkörner vom Himmel …

F/Stop Eröffnung 2007
Der Grundstein für einen festen Anlaufpunkt für Fotografie war gelegt. Teils kritisch, teils wohlwollend und neugierig beobachtet von den etablierten Leipziger Institutionen, begann das Team mit den Vorbereitungen seines ersten Festivals: »F/Stop« – ein Begriff aus der Fotografie, einprägsam, weil ungewöhnlich, nicht jedermann geläufig –, ein Name, der sich in dem Maße den vielen »Fototagen« und »Fotosommern« entgegenstellt, in dem sich das Festival von diesen Veranstaltungen absetzen will. Im wahrsten Sinne des Wortes sollte die Kunst aus dem Museum auf die Straße geholt werden. Und aus der Überzeugung, dass Kunstwerke Antworten sind auf jene Fragen, die sich der Mensch stellt, aber auf die er bisher keine Antwort gefunden hat, entstand der erste Festivalschwerpunkt »Our Generation«. Hier antwortete junge, zeitgenössische Fotokunst aus Leipzig und Europa. Und nicht nur das. An den verschiedensten Orten lud sie ein zum Dialog. Denn nicht einfach die Ausstellung von Kunst, sondern ebenso der Austausch und die Kommunikation darüber sind Anliegen des Festivals. Dementsprechend bot die Hauptstätte – das Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei – mit seinen Werkstätten, Ateliers, Läden und Industriehallen die perfekte Umgebung. Darüber hinaus bezog ein Festivalparcours die Karl-Heine-Straße mit ein und zeigte Ausstellungen in Cafés, Kneipen und leer stehenden Wohnungen. Viel Raum für die Kunst, die Besucher und die Künstler, sich über den Weg zu laufen und sich auszutauschen.

F/STOP Space
Vom ersten Festival und vom Austausch mit den Besuchern hat das F/Stop-Team gelernt und seine Erfahrungen umgesetzt im zweiten. Ein Festival generiert das nächste. Das diesjährige Festivalthema ist daher eine logische Konsequenz: Die Frage Von hier aus, wohin? erwartet spannende Antworten.
Ja, geniale Serie. Nicht ganz so gut produziert, aber genau den Moment getroffen zwischen getan und tun, den Moment einer Frage, eines kurzen aufwachens, den Moment der Erkenntnis (wobei das immer selbst eine Frage ist). Großartig und noch nie gesehen…
Kommentar von blabka — 6. Juli 2009, 13:05
die schönheit wird konvulsiv sein oder nicht sein !
in dem fall - nicht sein !
wieder wird nur das gehirn, angesprochen, weil gedanken wahrscheinlich eine gewisse harmlosigkeit am menschen garantieren.
ladet doch mal den peterson hoch. vielleicht könnte ich da eher gefallen dran finden.
Kommentar von Desmond — 6. Juli 2009, 17:54
also her mit dem petersen ! dalli dalli. ich möchte auch mal ein kompliment machen.
Kommentar von Desmond — 6. Juli 2009, 18:00
spürt ihr denn nicht den anstand, die bravheit, die totale verabsolutierte selbstkontrolle und selbstgeißelung in den bildern.
was bleibt, ist bloßes handwerk und das nach innen gegaffe. aber sie glotzen ja nicht mal nach innen, denn da ist nichts in ihnen. keine miene wird verzogen. die seele ist schon verkauft.
man kann doch keine stellung beziehen, weil ja nichts gezeigt wird außer ein leeres sujet.
erst durch die interpretation ensteht eine art pointe und zustimmung mit dem bild und man kann sich auf die schultern klopfen, eben den witz kapiert zu haben. das ist alles, was das “schön” und ansehnlich macht. eben eine reine gehirntätigkeit.
höherer blödsinn.
Kommentar von Desmond — 6. Juli 2009, 20:44
aha…und du bist also dafür gehirne auszuschalten…großartige idee
Kommentar von samson — 7. Juli 2009, 01:25
wenn petersen tatsächlich in cafes rumgerannt ist, an denen sich huren, gesockse und normale menschen aufgehalten haben, muss das wie ein paradies gewesen sein. (solche orte waren immer meine große sehnsucht)
aber wieso ist das dann verschwunden und stattdessen eine Gehirn-und Konsumwelt an ihre Stelle getreten ?
diese bilder hier sind die reinste deillusionierung der menschheit. alles ist schon gesagt. irgendwann kamen diese ganzen studierten psychiater und sozialarbeiter und haben mittels polizeivollzug, die reste von leben ausgelöscht.
sie haben gesagt:” ihr seid die zersetzenden elemente der harmonie. eure krüppelhaftigkeit stört unseren frieden. weg mit euch ! wir wollen nur noch geist, aber ihr macht uns angst.”
jetzt sitzen in diesen cafes yuppies, projektemacher, die sich anhimmeln lassen wollen und ihre gehirne liebkosen, wie tiefgründig sie sind. das ist so abartig.
Kommentar von Desmond — 7. Juli 2009, 11:10