Im F/Stop Künstler Forum könnt Ihr ausgewählte fotografische Positionen disuktieren, kommentieren, loben oder kritisieren. Setzt Euch auseinander! Mit zeitgenössischer Fotografie!

Pernille Koldbech Fich (Dänemark) - Introducing Viola

Das schönste Kunstwerk 2009! Bed and Breakfast #1 (2005)

Das schönste Kunstwerk 2009! Bed and Breakfast #1 (2005)

Passing Through (2006)

Passing Through (2006)

Die dänische Fotografin Pernille Koldbech Fich komponiert räumliche Szenen als Bühne für namenlose Modelle, die sich auf seltsame Art deplaziert in diese Umgebung fügen. Es entsteht ein ungeklärter Spannungsraum zwischen Person und präzise inszenierter, düsterer Umwelt - meist ein melancholischer Rahmen aus monochromen Wänden und Böden. Die Handlung scheint immer schon vorher passiert, oder der irritierende Moment, in dem die Personen gefangen scheinen, verweist in die Zukunft. Die irritierende Ereignislosigkeit der Gegenwart zwingt den Betrachter durch ihren emotionalen Gehalt, selbst Stellung zu beziehen.Er wird Teil des Bildes, ohne eine letzte Grenze zu überwinden. Die Situationen finden in den illusionären und mysteriösen Teilen des Bildes statt, in der Privatsphäre individueller Gedanken und Emotionen. Fichs Bilder wirken ahistorisch und zeitlos; sie verweisen auf etwas Universelles, was es immer gab und geben wird, was immer wichtig war und sein wird. ODER?

Pernille Koldbech Fich, geboren 1971, lebt und arbeitet in Dänemark. Ausstellungen im Museet for Fotokunst, Galleri Image, Charlottenborg Exhibition Hall, Peter Lav Photo Gallery in Dänemark und Photofusion Gallery, London.

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Kommentare

  1. Ja, geniale Serie. Nicht ganz so gut produziert, aber genau den Moment getroffen zwischen getan und tun, den Moment einer Frage, eines kurzen aufwachens, den Moment der Erkenntnis (wobei das immer selbst eine Frage ist). Großartig und noch nie gesehen…

    Kommentar von blabka — 6. Juli 2009, 13:05

  2. die schönheit wird konvulsiv sein oder nicht sein !
    in dem fall - nicht sein !
    wieder wird nur das gehirn, angesprochen, weil gedanken wahrscheinlich eine gewisse harmlosigkeit am menschen garantieren.
    ladet doch mal den peterson hoch. vielleicht könnte ich da eher gefallen dran finden.

    Kommentar von Desmond — 6. Juli 2009, 17:54

  3. also her mit dem petersen ! dalli dalli. ich möchte auch mal ein kompliment machen.

    Kommentar von Desmond — 6. Juli 2009, 18:00

  4. spürt ihr denn nicht den anstand, die bravheit, die totale verabsolutierte selbstkontrolle und selbstgeißelung in den bildern.
    was bleibt, ist bloßes handwerk und das nach innen gegaffe. aber sie glotzen ja nicht mal nach innen, denn da ist nichts in ihnen. keine miene wird verzogen. die seele ist schon verkauft.
    man kann doch keine stellung beziehen, weil ja nichts gezeigt wird außer ein leeres sujet.

    erst durch die interpretation ensteht eine art pointe und zustimmung mit dem bild und man kann sich auf die schultern klopfen, eben den witz kapiert zu haben. das ist alles, was das “schön” und ansehnlich macht. eben eine reine gehirntätigkeit.
    höherer blödsinn.

    Kommentar von Desmond — 6. Juli 2009, 20:44

  5. aha…und du bist also dafür gehirne auszuschalten…großartige idee

    Kommentar von samson — 7. Juli 2009, 01:25

  6. wenn petersen tatsächlich in cafes rumgerannt ist, an denen sich huren, gesockse und normale menschen aufgehalten haben, muss das wie ein paradies gewesen sein. (solche orte waren immer meine große sehnsucht)
    aber wieso ist das dann verschwunden und stattdessen eine Gehirn-und Konsumwelt an ihre Stelle getreten ?
    diese bilder hier sind die reinste deillusionierung der menschheit. alles ist schon gesagt. irgendwann kamen diese ganzen studierten psychiater und sozialarbeiter und haben mittels polizeivollzug, die reste von leben ausgelöscht.
    sie haben gesagt:” ihr seid die zersetzenden elemente der harmonie. eure krüppelhaftigkeit stört unseren frieden. weg mit euch ! wir wollen nur noch geist, aber ihr macht uns angst.”
    jetzt sitzen in diesen cafes yuppies, projektemacher, die sich anhimmeln lassen wollen und ihre gehirne liebkosen, wie tiefgründig sie sind. das ist so abartig.

    Kommentar von Desmond — 7. Juli 2009, 11:10

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Yaron Lapid (Israel) - - - The New Zero

Filmstill aus The New Zero

Filmstill aus The New Zero

1999 fand Lapid in Jerusalem hunderte Umschläge mit schwarz-weißen Negativen, wahrscheinlich die Überbleibsel eines abgerissenen Fotolabors. Diese Bilder fremder Menschen bilden die Grundlage für seine Videoinstallation The New Zero. Lapid akzentuiert die Fremdheit der Personen, indem er die wesentlichen Konstanten des menschlichen Gesichtes im Verborgenen lässt – die Bilder hören knapp unterhalb der Augen auf und verstärken so das Unbekannte im Anderen. Die Erwartungshaltung an ein Portrait wird enttäuscht und erzeugt so Spannung, hält den Blick in einem simulierten, sich nie erfüllenden Aufblicken gefangen. Die Arbeit irritiert einerseits Wahrnehmungsgewohnheiten, lässt sich aber auch als tiefe Meditation über das Medium Fotografe lesen: ein Foto scheint Zeit gefrieren zu lassen, zementiert eine Vergangenheit, ein »so ist es gewesen«, ein »so sah sie aus«. Die Fotografen sind Fragmente aus der Vergangenheit, unvollständig in der Gegenwart. So formuliert Lapids Arbeit einen anderen Tempus, irritiert die formale Lesart der Portraitfotografe durch die aufgezwungene subjektive Konstruktion des »so könnte sie aussehen« oder in die Zukunftserwartung eines »gleich werde ich sie sehen, wie sie aussah« – und schaft dadurch ein viel wahrhaftigeres Abbild einer Person, die, wäre man ihr tatsächlich begegnet, ohnehin nur eine subjektive Gedächtnisspur hinterlassen hätte. Die Personen hinter den Bildern bleiben was sie sind: Null, die seltsame Unbekannte.

1980  ––––––––––   geboren in Be‘er Sheva (Israel)
1999–2003  –––––   BFA Fine Art an der Bezalel Akademie für Kunst und Design, Jerusalem
2005–2007  –––––   MFA Visual Arts, an der Goldsmith Universität, London

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Kommentare

  1. Das sieht von vorn bis hinten gleich aus. Ein 100000 Euro Studium und was bei rauskommt ist DAS ! (*** gelöscht. Die Redaktion)
    ALLES SIEHT GLEICH AUS. Tapetenfabrik.

    Kommentar von Desmond — 30. Juni 2009, 05:01

  2. Naja, wenn man die Geschichte zu den Bildern liest - das ist found footage, gefundenes Material. Das kam irgendwo anders raus, nciht aus seinem Studium. Dazu noch die Geschichtsschau, Israel/Palästina Konflikt. Das ist mehr, als Du mit Deiner leeren Polemik sinnlos zerstören willst.

    Kommentar von foner — 1. Juli 2009, 10:38

  3. wenns tatsächlich authentisch wäre, würde man millionen leichen sehen. als geschnetzeldes in reih und glied gestellt. sorry, aber das ist das erste was mir zu Israel/Palästina einfällt.

    Kommentar von Desmond — 1. Juli 2009, 12:38

  4. den israelis gehört mal ne portion psychologie unter ihre arrogante nase geschmiert. Statt sie ständig in ihrer betroffenheit zu bestätigen, sollte man ihnen mal (ganz höflich) sagen: “Ihr macht das selbe, was euch einst angetan wurde. Ihr verfolgt, hetzt und mordet.” Das ist das völkische “Opfer werden zu Tätern”. Und wenn sie das TÄGLICH hören würden, würde ihr großer Verfolgungswahn auch ausheilen.
    Aber die haben ja keinen Arzt. Und die Bilder sind auch nur die übliche Betroffenheitslyrik.

    Und ich meine das ernst und in Solidarität: Jemand muss den Israelis mal ihr Verhalten erklären lernen ! Sie handeln immer aus ihrem historischen Trauma !!!
    Und alle anderen Diskussionen darüber schießen vorbei.

    Kommentar von Desmond — 1. Juli 2009, 13:33

  5. Das nennt man Antisemitismus.
    Im übrigen machen “sie” (Kollektivsingular?) mitnichten dasselbe, wie die Nationalsozialisten 1933-45 in Deutschland. “Ne Portion Psychologie”? Aha, soso.

    Kommentar von S.B. — 4. Juli 2009, 02:37

  6. sinnlos !

    Kommentar von Desmond — 4. Juli 2009, 13:24

  7. DIE Palästinenser und DIE Israelis….übers völkerbeschimpfen habt ihr ja anscheinend viel gelernt in Deutschland. denkt mal drüber nach, wen ihr wirklich meint…andernfalls ist der rassismus vorwurf bald wirklich angebracht

    Kommentar von samson — 4. Juli 2009, 16:58

  8. SIE verstehen sich selbst als kollektiv. die juden wissen ja noch nicht mal ob sie religion, volk oder rasse sind !
    und mehr als diese vorhersehbaren vorwürfe kommt ja bei euch verschulten kanditaten nichts, außer eben denkverbote auszusprechen. mehr is es ja nicht.
    die idee israel ist im stahlgewitter geboren. bei jedem schläger wird gefragt, wie´´ s im elternhaus aussah. wie hat israel denn seine kindheit verbracht ? aber da darf man nicht fragen, das wäre schon rassismus……ja wie müssen die ersten bürger israels draufgewesen sein, wieviel hass müssen die in die verfassung gepumpt haben ?
    ich habe noch nie ne antwort gehört, die muss ich mir selber geben. das ist das ergebnis, des amerikanischen antifaschismus - die totale großgedankenkontrolle aus dem pentagon.
    genau da, wo horst mahler gescheitert ist und weggeschafft wurde.
    schon herzl hat die vollmilitarisierung israels gefordert.
    und diese langweiligen bilder geben auch keine antworten. wer brauch diese betroffenheitslyrik.

    Kommentar von Desmond — 5. Juli 2009, 16:19

  9. “Sie”, “DIE Juden”, begreifen sich sicher nicht als so ein Kollektiv, weder religiös, noch staatsbürgerschaftlich, schon gar nicht politisch.
    Unsinnig ist nicht meine Kritik gewesen, sondern die Unterstellung eines jüdischen psychologischen Kollektivbewusstsein. Die Vorstellung von einem “isrealischen Elternhaus” ist sehr seltsam. Die jüdischen Einwanderer und Siedler in Palästina seit dem späten 19. Jh. sind nicht dieselben Menschen wie die heutigen Israelis. “Die Arroganz der Israelis” ist darüber hinaus sehr wohl ein antisemitisches Klischee. Im übrigen ist die Mär vom “historischen Trauma” auch in Bezug auf ein vermeintlich deutsches Selbstverständnis gang und gäbe - und zwar in der Rhetorik des politischen Rechtsaußen (z.B. Horst Mahlers).

    Kommentar von S.B. — 5. Juli 2009, 20:19

  10. jede öffentliche diskussion wird doch verallgemeinernd (fascho) geführt.
    ich lese schon am ton den absender. das conne island (=ihr) führt doch seit jahren selbstgespräche. wieso ? die sprache ist viel zu rechthaberig. obwohls vielleicht theoretisch richtig sein mag, interessiert sich keiner dafür. da fehlt liebe, hingabe. jeden als fascho hinstellen und diese ganze verbitterte aura die ihr verbreitet. dann schreib ich lieber den Horst in seine Zelle.
    ja, so stell ich s mir in israel vor. so laufen auch die diskussionen mit den allesamt befeindeten nachbarstaaten israels ab. die haben da nämlich keinen bock drauf, sich für dumm hinstellen und belehren zu lassen.
    es gibt kein mystisches historisches trauma, was sich vererbt, aber israel ist darauf gegründet. sozusagen seine romantik.

    Kommentar von Desmond — 5. Juli 2009, 23:00

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Olaf Martens (D) - - - Patina

Conny, Anke, Specks Hof, Leipzig 1991

Conny, Anke, Specks Hof, Leipzig 1991

Martens Bilder wirken wie Filmstills. Sie frieren Momente der Bewegung ein und verweisen so auf eine Vergangenheit und Zukunf, auf einen undurchsichtigen Prozess. Die Patina liegt in der Bildbedeutung, in dem Konstruktionskosmos der Gegenwart. Vor zwanzig Jahren mag vor allem die Nacktheit der Modelle provoziert haben, heute sind wir an Nacktheit gewöhnt. Die Bildhintergründe sind durch die Zeitkluf zwischen Damals und Heute zur eigentlichen Figur geworden: Halles Autofuhrpark voller Trabants, marode Leipziger Flure – mittlerweile gründlich saniert, Straßenfuchten mit schwarz gefärbten Häuserwänden – heute in optimistischen Pastelltönen renoviert. Diese Umkehrung des Deutungshorizonts erzeugt ein Bewusstsein für Veränderung und ein Gefühl fast zärtlichen  Vermissens des verschwindenden, maroden Charmes.

1963  ––––––––––   geboren in Halle/Saale
1985–1990  –––––   Studium der Fotografe an der Hochschule  für Grafk und Buchkunst (HGB), Leipzig
1990–1992  –––––   Meisterschüler an der HGB

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Comment

  1. und nochmal. sterile, innerweltlichkleiten (*** gelöscht, die Redaktion)
    Karl Lagerfeld lässt grüßen

    Kommentar von Desmond — 30. Juni 2009, 05:02

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Hans-Christian Schink (D) - - - 1H

Hans-Christian Schink --- 1H --- 9/17/2006, 8:45 am – 9:45 am, N 78°13.370’ E 015°40.024’ 2006 --- 2006

9/17/2006, 8:45 am – 9:45 am, N 78°13.370’ E 015°40.024’ 2006 --- 2006

Hans-Christian Schink, deutscher Fotograf der mittleren Generation, betitelt die Bilder aus der Serie 1H mit präzisen Orts- und Zeitangaben. Die Arbeiten sind Resultat einer genauen Methode, in der er Landschaften und Orte genau eine Stunde lang belichtet und so die Sonne als solarisierten Streifen abbildet. Dieser technisch formale Eingriff lässt sich in seiner Bildwirkung als Reflektion auf das Eindringen eines intensiven Realitätsbruchs in die gewohnte Wahrnehmung deuten. Es entsteht das Gefühl von Fremde, Unruhe und Irritation. Die Körnung der Bilder verweist auf frühere Jahrzehnte, die Klarheit und Intensität des Sonnenstreifens verortet sie jedoch in der Zukunft, in einem menschenleeren Endzeitszenario, einer anderen Welt. ODER?

Hans-Christian Schink, geboren 1961 in Erfurt, studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Fotografie und war dort bis 1993 Meisterschüler. In den folgenden Jahren erhielt er mehrere Stipendien und gewann u.a. 2004 den Deutschen Fotobuchpreis für seine Arbeit Verkehrsprojekt Deutsche Einheit sowie 2008 den internationalen REAL Photography Award für die Serie »1H«.

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Kommentare

  1. Schön. Hier scheints nichts zu meckern zu geben!
    Toll!! Ich freue mich riesig auf F/Stop und natürlich darauf, Schinks Werke live zu sehen!

    Kommentar von Jürgen — 1. Juli 2009, 16:08

  2. doch es wurde nur gelöscht.
    man kann das nur banal(=der Tod) nennen. Diese Kunst ist bedeutungsschwanger. Ein Bild hat die Pflicht den Betrachter zu vergewaltigen, nicht ihn zu langweilen.
    Das was sich hier Künstler nennt, haben nichts weiter in ihrem Leben gemacht, als in irgendeiner gesellschaftlichen Nische unter zu kriechen. Sie haben nie für die Unendlichkeit und Magie gelebt, sondern ihre Aufmerksamkeit für ihre Umwelt war doch immer nur Mittel zum Zweck, irgendwie zurecht zu kommen und zu überleben.
    Von ihrer Durchschnittlichkeit wird mir übel.
    Eigentlich könnt ich ein buch drüber schreiben, statt hier Perlen vor die Säue zu werfen.
    und tschüß….

    Kommentar von Desmond — 2. Juli 2009, 11:39

  3. meine güte ist das überheblich. wo kann man denn deine arbeiten sehen? ich finde schinks bilder ziemlich genial, gute idee, sehr präzise umgesetzt, analoge handarbeit, surreale wirkung unter der ratiolinie

    Kommentar von icke — 3. Juli 2009, 00:02

  4. tja, grade hat schink im radio erzählt, dass er nämlich tatsächlich nach der wende seinen po-po irgendwo unter bringen wollte, wo sich geld verdienen ließ.

    Kommentar von Desmond — 5. Juli 2009, 16:46

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Lysann Buschbeck (D) - - - Feuerlegen

2003

2003

Was bedeutet ein Kniefall? Buschbecks Arbeit untersucht diese Geste, losgelöst aber ausgehend von ihren eigenen Kindheitserinnerungen. Sie wählt dazu scheinbar deplazierte minimaldefinierte dunkle Umgebungen, die keinen Anhaltspunkt zur Interpretation der Geste geben sollen. Ihre Modelle bleiben anonym, immer von der Kamera abgewandt. Sie fotografiert einen Kniefall als das, was er ist: ein Kniefall. Der Betrachter wird auf seine eigene Assoziationskette verwiesen, auf Geschichten über Könige und Kaiser, Götter und Heilige, Fußball und Heirat, Willy Brandt und Warschau, auf Gefühle von Demut, Entschuldigung, Beten, und Unterwürfigkeit. Seltene Gefühle, mittlerweile, und höchst mythologische Geschichten. ODER?

1976  ––––––––––   geboren in Dresden
1999–2006  ––––   Studium der Fotografe an der Hochschule für Grafk und Buchkunst, Leipzig (Klasse Prof. Timm Rautert)

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Kommentare

  1. wieder nur TOD. TOD. und der Götzendienst an ihm.

    Kommentar von Desmond — 30. Juni 2009, 10:50

  2. Das Du überall das elbe siehst dagt weniger über die Bilder als über Deine Wahnrehmung aus. Obwohl diese Serie tatsächlich nahe an den Tod heranführt, aber ihn sicherlich nicht darstellt. Wie war das mit dem Konstruktivismus? Ich wollte ihn ja nicht ernst nehmen, aber Du scheintst mir ein schönes Beispiel zu sein…

    Kommentar von blabka — 5. Juli 2009, 18:38

  3. ich fand den konstruktivismus auch mal interessant, bis ich gemerkt habe, es gibt keine konstruktionen (subjektivität,wahnsinn), sondern in wirklichkeit gibt es meinungen, die sich auch noch mehr oder weniger ähnlich sind.
    der tod ist nichts weiter als die diktator, des GEHIRNS (die Ideen) über die magie. das foto ist viel zu symbolisch, zu verkopft. da passiert einfach nix. also vergöttert es den tod.
    das foto hat eben keinerlei subjektivität, sondern ist zeuge einer armseligen begrifflichen studierten modernen Leere.
    ich mag einfach keine moderne kunst.

    Kommentar von Desmond — 5. Juli 2009, 21:09

  4. Du, deine “sterile Innerweltlichkeit”, was Du magst und was nicht, interessiert hier nicht so. Die Psychogruppe trifft sich woanders, hier gehts um Fotografie, oder? Oder heist das Festival doch Freud/Stop, so ne Art Tankstelle für Analysebegehren? Moderne Kunst kann man mögen oder nicht - wenn man sie nicht mag, sollte man sich nicht daran aufhalten. Ich mag die moderne Kunst. Sie entfernt sich vom Handwerk und dem Offensichtlichen. Der Geist mag zwar den Tod vorausnehmen, aber der Tod wertet auf, er ist eben nicht der Gleichmacher. Er ist der Freimacher, schon vor seinem Eintreffen. Er gibt jedem Menschen die Freiheit, seine Gedanken zu lieben oder zu hassen, das Leben zu leben oder es zu lassen. Wer das nicht großartig findet ist Kreationist oder Idiot - in meisten Fällen beides. Das der Künstler heute den Fluch und die Chance zu Freiheit hat, anstatt für den Landadel die Familienmitglieder zu portraitieren, ist die Essenz zeitgenössischer Kunst. Die Fotografie hat sich mittlerweile auch befreit - von dem Zwang zu dokumentieren, zu kartieren. Sie wird zu Malerei, ubnd wir sehen den Übergang, sehen Reste von Studio, von Dokumentar undsoweiter. Wem das nicht passt: es gibt genügen altehrwürde Institutionen, die dem altbackenem huldigen, dort kann man sich dann erregen!

    Kommentar von blabka — 6. Juli 2009, 13:13

  5. Die Leere ist die Freiheit! Die Fülle das Dogma. Nur in der Leere entsteht echte Kunst, und wie soll man es der Kunst verübeln, wenn noch etwas von der Essenz des Schaffensprozesses in ihr selbst sichtbar bleibt!

    Kommentar von blabka — 6. Juli 2009, 13:15

  6. das kommt direkt aus der uni. alles.
    nicht in der leere entsteht kunst, sondern in der wilden aufgegeilt versauten welt. alles ist geilheit. der erste paragraph für kunst.
    es war nämlich ein versoffener und verfressener und fettleibiger Tyrann aus indien, der die innere leere zur tugend machen wollte. aber nicht mit mir. die leere, die stille, das zusichkommen, sind alles begriffe des todes.

    ich selbst habe erforscht, was zaitGENOSSiger kuhnst ist: die vollständige degeneration allen blutes, aller leidenschaft, die verschüchterte zur schaustellung des menschen als ein nichts.
    Zeitgenossenschaftige Kunst sind mehr handelsabkommen von ehemaligen industrievertretern. es erfordert mehr organsisationstalent, guter umgang mit leuten. das ist doch alles global. wenn du versuchst mit zu mischen, muss du wissen, welche knöpfe du bei wem drücken musst.
    das ist zeitgenössige kunst. ein häufchen elend, aber keine kunst.
    und aus diesem klima, des totalen handels-und vertreterterrors erwächst diese blasse “kunst”. diese leute sind händler, redner, händeschüttler, vertreter - das ist das was sie können - sie wissen wie man verbindungen herstellt und verträge abschließt. aber sie sind keine künstler.

    wenn du tatsächlich versuchst richtig lebendig kunst zu machen und die welt in dich aufsaugst, würde man nur verspottet werden und den totalen psychoterror erleben und vereinsamen; das riskiert keiner mehr.
    die ganze HGB z.b. oder das Literaturinstitut sind intrigante Pinkelbuden. da lernt man mehr über vermarktung und ellenbogenstrategien, als auf ner wirtschaftsschule.
    nur die 70er waren eine kurze episode der lebendigkeit.
    jetzt regieren die ideen. alle haben ideen. jedes haustier hat ideen und ne meinung von der welt.

    Kommentar von Desmond — 6. Juli 2009, 17:09

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Hendrik Kerstens (NL) - - - Paula

Bathing Cap

Bathing Cap - - - 1992

sunburnt - - - 2001

sunburnt - - - 2001

Ein kleines Mädchen – Paula – eine pubertierende Jugendliche – Paula – eine junge Frau –Paula. Immer der gleiche, ernste, stoische Blick eines äußerst wandelbaren Menschen. Kerstens Werk hat nur ein Motiv: seine Tochter. Doch ist es mehr als nur Entwicklungsstudie, als Prozessfragmente. Seine Bildästhetik lehnt sich bewusst an die alten Meister der Portraitmalerei aus der Zeit der Renaissance und des Barock an, zitiert Rembrandt und Vermeer, Botticelli und da Vinci, denen das Licht so wichtig war. Das Licht, das auch Paulas Gesicht umspielt, das es weich oder hart zeichnet, lebendig, real und irreal zugleich macht. Paula mit Lampenschirm, mit einer Plastiktüte auf dem Kopf, im Pullover, mit Handtuch, Paula mit Sonnenbrand auf der Haut – Paula. ODER?

1956––––––––––     geboren in Den Haag (Niederlande)
––––––––––––––   Autodidakt

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Kommentare

  1. Es gibt eine neue Zeitschrift für Fotografie Die NACHT.
    Unbedingt besorgen. Dort findet man ein ganzes Portfolio von PAULA.

    …oder einfach das 3. F/Stop besuchen, da gibt es die Originalwerke in groß! (Anm. F/Stop)

    Kommentar von Yella — 29. Mai 2009, 20:29

  2. Das ist nichts weiter als der TOD. Oder muss man studiert haben, um es um 5 Ecken schön zu finden. Ich sehe TOD.

    Kommentar von Desmond — 30. Juni 2009, 10:49

  3. jetzt glotzt sie mich überlegen, an jeder straßenecke an und mahnt mich meiner schwächen. “ich werde dich überleben, du bauer.”
    sie ist die neue superrasse, die auf der ganzen erde zu hause ist; die kein zuhause hat; fehlt nur noch der strichcode auf dem nacken.

    Kommentar von Desmond — 4. Juli 2009, 13:45

  4. und wieder Tod…jaja. Für Deine einseitige Wahrnehmung würde ein Eintrag reichen, oder? Ich sehe hier keinen Tod, noch nicht. Durchaus ist es der Weg zum Tod, aber im Leben nur Tod zu sehen ist doch ein wenig arm, oder? Dann Leben = Tod und letzterer Begriff entladen und also nicht sichtbar. Ich frage mich hier eher, was für eine schräge Beziehung der fotograf mit seiner Tochter gehabt haben mag. In der Ausstellung ist ja noch ein weiteres Bild, wo er die Kleine mit ansetzenden Brüstchen portraitiert: geschminkt und mit Perlenkette. Ob die beiden…

    Kommentar von blabka — 5. Juli 2009, 18:41

  5. ich war nicht auf der ausstellung und hab mir den rest nicht angetan, nachdem ich die vorschau gesehen habe.
    na er hat natürlich seiner verflossen ehe hinterher gejammert und hat den einstigen glanz und höhepunkt diese ehe, die tochter, in einem klagelied festgehalten. so wirds gewesen sein. und jetzt muss eben die tochter, auch noch die liebhaberin spielen. später wird sie sich in arbeit stürzen.
    tochter und vater, und noch schlimmer, sohn und mutter sind sowieso immer inzestiös.
    aber diese emotionale mickrigkeit und wehleidigkeit der bilder ist typisch und kaum zu ertragen. so künstlicher weltschmerz.

    Kommentar von Desmond — 5. Juli 2009, 21:38

  6. also mich haben die fotos auch sehr verstört. besonders das bereits beschriebene foto von der gerade in die pubertät kommenden paula (geschminkt wie eine frau und mit brustansatz, nackt). der fotograf inszeniert immer und immer wieder seine tochter.
    wenn es um das spiel mit den gemälden der alten niederländischen maler geht oder um den kunstvollen einsatz von licht, warum ist dann immer wieder die tochter bildmotiv? warum wählt ein vater motive aus, wo er seine tochter nackt inszeniert?
    und wenn es um die tochter geht, warum erfährt man dann in den fotografien nichts über sie? von einer entwicklungsstudie kann ich nichts sehen, bis vielleicht auf die körperliche entwicklung. der blick, der gesichtsausdruch sind immer gleich. das finde ich bei einem kind, das heranreift schon erschreckend. in dieser entwicklungsphase passiert doch so viel mit einem menschen…
    mir scheint die verwendung der tochter als bildmotiv eher mittel zum zweck, um eine weitere sinnschicht zu schaffen. für mich passt das thema “holländische maler neu inszenieren/vergegenwärtigen” mit dem thema der vater-tochter-konstellation überhaupt nicht zusammen. haben die holländischen meister ihre musen abgebildet? ist paula eine muse für ihren vater? auch dann erscheint sie wieder als mittel-zum-zweck: die identität der tochter wird dem hohen ideal der kunst untergeordnet…
    und ganz ehrlich habe ich mich bei der betrachtung der bilder auch gefragt, was die für eine beziehung zueinander haben…

    Kommentar von türelü — 7. Juli 2009, 19:13

  7. oh desmond du armer du verwundeter, kann dir denn niemand helfen, dich anrühren dich ruhig machen, dass du dich so gegen diese wundersamen bilder wehren musst?
    machs gut
    hennes

    Kommentar von hennes haller — 7. Juli 2009, 23:49

  8. ja nun ist es ja endlich vorbei und desmond kann sich in meditation üben.

    aber türelü hat sehr gut beschrieben was ich mit gehirn meinte. die unterordnung, einreihung der Motive in Kunsthistorie - das Momentane wird einer Idee unterworfen. Und nach diesem System sind die meisten Bilder enstanden. Daher ihre Kühle und Mimikarmut.
    Das die Bilder pädophil oder inzestiös sind, empört mich wenig.
    Das sind eigentlich nur Studien oder intellektuelle Gags.

    Kommentar von Desmond — 8. Juli 2009, 12:41

  9. ich finde diese serie eig. ziemlich interessant. eine inzwischen moderne junge frau, insziniert im Rahmen der Renaissance. ich finde es auch nicht seltsam, dass er nur seine tochter fotografiert (auch nackt). z.B. dieses bild, wo sie nackt ist, es zeigt einfach den gegensatz. sehr erwachsen geschminkt aber doch noch so in der entwicklung. ich vermute sie ist einfach seine Inspiration.

    Kommentar von karo — 23. Juli 2009, 22:04

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Das ZZF hat ein klares Programm und eindeutiges Ziel: Wir veranstalten das F/Stop Festival um jungen Künstlern eine große Bühne zu geben und einem breiten Publikum den Zugang zu künstlerischer Fotografie zu ermöglichen und zugänglich  zu machen. Nicht zuletzt wollen wir das Medium Fotografie so zentral in der öffentlichen Kunstaufmerksamkeit positionieren, dass die Notwendigkeit eines dauerhaften Gravitationszentrums für das Universum künstlerischer Fotografie einsichtig wird.

Selbstverständnis von ZZF und F/Stop:

Seit 2007 führt das ZZF das F/Stop Fotografiefestival vor wechselnden Kulissen einzigartiger Aura auf. Noch 2006 gab es nirgendwo in Deutschland eine intensive, qualitativ hochwertige Veranstaltung für künstlerische Fotografie. Das Medium war in der öffentlichen Wahrnehmung unverdient unterrepräsentiert. F/Stop schließt diese Lücke.

F/Stop konzentriert sich ausschließlich auf künstlerische Fotografie. Reportage- und Modefotografie klammern wir aus, da sie nicht in einem sinnfreien Raum entsteht und den Fotografen nicht dazu zwingt, sich selbst im Schaffensprozess zu begegnen. Das halten wir für die intensivste und ureigenste Erfahrung von Kunst und möchten gerade diese unterstützen.

F/Stop fördert Fotografen der neuesten Generation. Deren Positionen werden in dem Kontext etablierter Fotografen gezeigt, wodurch Eigenständigkeit und Besonderheiten der neuen Perspektiven herausgearbeitet werden.

Herzstück jedes F/Stop ist die große, kuratierte Hauptausstellung. Sie widmet sich einem Thema, das mit zeitgenössischen deutschen Fotografen gefüllt, und durch viele internationale Positionen erweitert, bereichert und bewusst irritiert wird.

Kunst erzählt keine ein-eindeutigen Geschichten. Polarität, Widerspruch, Dialektik und Bruch werden kuratorisch konzipiert, als Raum der Sinnkonstruktion. Das Gesamtkonzept sehen wir als metaphorische Projektionsfläche, als Kontrastfolie für die Entwicklung eines eigenen Standpunktes des Besuchers.

Die zentrale Fragestellung des ZZF ist die Lesbarkeit zeitgenössischer Fotografie. Der Verständnisprozess der Besucher wird durch ein breites Rahmenprogramm mit Führungen und Workshops angestoßen, ihm jedoch nicht abgenommen.

Das ZZF ist ein Verein. Um den kleinen festen Kern dreht sich ein Universum freiwilliger Helfer, die in ungewohnt dichtem Kontakt zum zeitgenössischen Strom künstlerischer Fotografie kommen können. Bewusst wollen wir fotografieinteressierten, jungen und alten Menschen die Möglichkeit geben, sich dem Medium Fotografie intensiv und auf ungewohnten Wegen anzunähern.

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Kommentare

  1. super.

    Kommentar von vEREIN — 2. Juni 2009, 17:30

  2. ihr habt keine ahnung. eure arbeits- und karrieregeilheit machen mich krank. nur deshalb gibts diesen mist und ich nehme es auch noch für voll.
    man muss doch mal merken, dass alles gleich aussieht : nämlich tot, leer, ohne gefühl, ohne menschliches. NUR GEHIRN. GEHIRN GEHIRN.
    all dieser großartige Sinn sind Ausdünstungen, Abbauprodukte des Gehirn, die aber keine Magie oder Schönheit hervorbringen können !
    Von euch kann und wird wahrscheinlich niemals etwas Großes ausgehen.
    diese kunst ist ein appell an die frigidität und der totalen NULLÄSTETHIK und Maschinen und Plastikzeitalters.

    Kommentar von Desmond — 30. Juni 2009, 05:19

  3. ich meine was mich wirklich stört ist, das nichts radikales utopisches von den bilder ausgeht. keine rausch, kein Irrsinn, kein Wagnis. Nur ein immer sich wiederholendes braves nach innen-rein-schauen, selbstreflektierende Schwere (wie Blei) und das am Stück ohne Ausnahme. Nein, danke - da wird man ja depressiv. Das gefällt auch keinem wirklich, nicht mal dem Künstler selbst.
    So ist eben auch unsere Gesellschaft. Technisch, unlebendig, frigide und nur zu Fasching lebensfroh. Die Kunst als Spiegel der Gesellschaft.
    Und was die HGB da ausschüttet ist nichts als Zeitgeist. Ein Totalausfall.

    Kommentar von Desmond — 30. Juni 2009, 05:41

  4. junge, ich weiß ja nicht was du für ein kunstverständnis hast, aber wenn du in den bildern ncihts siehst und sie keine emotionen in dir hervorrufen finde ich dich traurig.

    Kommentar von Malou — 3. Juli 2009, 17:43

  5. naja ich werde eben nur depressiv dabei.
    dieses paula-portait ist kein portrait. es hat keine wirkliche physiognomie, keine gesichtszüge.
    paula könnte auch ein android sein oder das erste geklonte mädchen auf der welt.
    aber tatsächlich, weiß ich schon wer PAULA IST: sie ist der totale leistungsmensch, dieser perfekte INFORMATIONSMENSCH in einer nährlösung aus daten und fakten, die sie virtuos und blitzschnell zu selektieren vermag. gruselig.
    ich verstehe die aussage der bilder schon, nur eben anders (umgedreht - als grusel-horror-futurismus) als ihr.
    und ich hasse futurismus, kubismus usw. pfui. und davon ist die ausstellung geprägt.

    Kommentar von Desmond — 4. Juli 2009, 13:16

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Helferbericht vom letzten Jahr

27. Mai 2009

Text und Fotos: Therese Metz

Ich muss zugeben: das erste F/STOP habe ich verpasst. Als ich das mitbekamm, habe ich mich geärgert. Aber das ganze Ausmaß des Ärgernisses wurde mir erst bewusst, als ich bei dem zweiten F/STOP dann tatsächlich als Helfer mitmachte.

Als Hobbyfotografin war mir klar, dass ich bei diesem Abenteuer - ein neues Festival, noch dazu nur mit Fotografien - mitmache. Festival umsonst sehen für ein bisschen Arbeit? Ich bin dabei! Der erste Einsatz also 4 Wochen vor dem Festival. Ich merkte schnell, warum sich der Einsatz für mich lohnen würde: sofort gab es spannende Gespräche zwischen Besen und Luftpolsterfolie, zwischen Kehricht und Kunst.

Erste Einsatzorte

Erste Einsatzorte

Das Festival kam näher, ich engagierte mich mehr. Bei einem Festival mit 28 Ausstellungsorten ist einiges zu tun. Nicht nur die Orte müssen hergerichtet werden („Ja, ein siebtes Mal wischen kann nichts schaden“), Plakate müssen geklebt werden, Postkarten eingetütet, Promotion gemacht, Listen geschrieben, Bilder gerahmt und gehangen und schlussendlich Sekt eingeschenkt werden. Womit wir auch schon bei der Eröffnungsfeier wären und beim eigentlichen Festival. Plötzlich fand ich mich wieder in Ausstellungen und an der Kasse, ging von einer Aufsicht zur nächsten und sah so nicht nur das ganze Festival, sondern kam plötzlich mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen: Leipziger und Auswärtige, Künstler, Galeristen, Helfer, Teamer oder auch schlichtweg Interessierte. Denn das ist der zweite Pfeiler, der die Tätigkeit als Helfer so spannend macht: Leute kennenlernen, die man sonst vielleicht nie getroffen hätte. Einige der Menschen, die ich bei F/STOP treffen durfte, zählen inzwischen zu meinen besten Freunden.

Luftpolsterfolie und Gaffer: Die wichtigen Dinge beim Packen

Luftpolsterfolie und Gaffer: Die wichtigen Dinge beim Packen

Wer denkt, nach dem Festival ist es vorbei, der irrt: Abhängen, Verpacken, Beschrifte, Malern. Auch diese Aufgaben wollen gemacht sein. Aber einmal drin, in der F/STOP-Familie, macht man natürlich gern weiter mit. Es ist auch schwierig, aufzuhören. Denn diese Mischung aus Kunst, neuen Freunden und Begegnungen und Begebenheiten ist es, die das Helfer-Dasein interessant machen und mich auch dieses Jahr mitmachen lassen. Schließlich ist es trotz allem Stress, trotz wenig Schlaf, trotz auch weniger ansprechenden Arbeiten eine tolle Erfahrung, all diese Menschen, diese Werke und diese Erlebnisse kennen lernen zu dürfen. Ich habe viel gelernt – über mich, über Fotografie, über den Kunstbetrieb – als Teil dieser Familie.

Besenschwingen in der Werkschauhalle, eine der weniger beliebten Arbeiten

Besenschwingen in der Werkschauhalle, eine der weniger beliebten Arbeiten

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Ein Rückblick

15. Mai 2009

F/Stop wird in diesem Jahr drei Jahre alt. Memoiren will es noch längst nicht schreiben, aber drei Jahre Festivalgeschichte bergen bereits viel Erzählstoff. Ein Rückblick auf F/Stop und seine Entstehung scheint uns in Anbetracht des diesjährigen Themas Von hier aus, wohin? essentiell.

Also von vorn. Was ist F/Stop? Die kurze Antwort: ein internationales Festival für zeitgenössische Fotografie, das in diesem Sommer zum dritten Mal in Leipzig stattfindet. Festival? Für Fotografie? In Leipzig? Unsere Festivaldirektorin Kristin Dittrich hat diese mal neugierigen, mal skeptischen Fragen oft beantwortet, seit das Zentrum für Zeitgenössische Fotografie (ZZF e.V.) daran arbeitet, die Vision Wirklichkeit werden zu lassen: Eine ständige Institution für zeitgenössische Fotografie in Leipzig zu etablieren, von der Impulse ausgehen für die hiesige Fotografiekunstszene.

Ausstellungstitel "Sieh, der Mensch"

Ausstellungstitel "Siehe, der Mensch"

Mit Enthusiasmus und den Erfahrungen aus ihrer Arbeit bei Paris Photo und an der Kunsthalle Rudolfinum in Prag, wo sie die europäische Fotografieszene entdeckte, kam Kristin 2004 zurück nach Deutschland, nach Leipzig, wo es immer hieß: »Man müsste!«, aber wo nichts passierte für die künstlerische Fotografie. Eine kuratierte Ausstellung mit dem Anspruch, Fotografie nicht als Massenmedium, sondern als Medium zur künstlerischen Auseinandersetzung zu begreifen, das vermisste KD in Deutschland. Die Bilder sollten etwas zu sagen haben, kommunizieren – sowohl miteinander als auch mit dem Betrachter.

15 Mitstreiter für das ehrgeizige Projekt fand KD in ihrem kreativen Umfeld. Im Sommer 2006 war es schließlich so weit. Eine Gruppe junger Akteure aus Leipzigs Kunstszene – Kuratoren, Fotografen, Journalisten, Wissenschaftler, Kritiker und Kulturmanager – brachten das Zentrum für Zeitgenössische Fotografie (ZZF e.V.) auf den Weg. Die Gründungsfeier war schlicht. Nach der visionären Ansprache von KD gab es Grillwürstchen und Bier und mittendrin fielen riesige Hagelkörner vom Himmel …

F/Stop Eröffnung 2007

F/Stop Eröffnung 2007

Der Grundstein für einen festen Anlaufpunkt für Fotografie war gelegt. Teils kritisch, teils wohlwollend und neugierig beobachtet von den etablierten Leipziger Institutionen, begann das Team mit den Vorbereitungen seines ersten Festivals: »F/Stop« – ein Begriff aus der Fotografie, einprägsam, weil ungewöhnlich, nicht jedermann geläufig –, ein Name, der sich in dem Maße den vielen »Fototagen« und »Fotosommern« entgegenstellt, in dem sich das Festival von diesen Veranstaltungen absetzen will. Im wahrsten Sinne des Wortes sollte die Kunst aus dem Museum auf die Straße geholt werden. Und aus der Überzeugung, dass Kunstwerke Antworten sind auf jene Fragen, die sich der Mensch stellt, aber auf die er bisher keine Antwort gefunden hat, entstand der erste Festivalschwerpunkt »Our Generation«. Hier antwortete junge, zeitgenössische Fotokunst aus Leipzig und Europa. Und nicht nur das. An den verschiedensten Orten lud sie ein zum Dialog. Denn nicht einfach die Ausstellung von Kunst, sondern ebenso der Austausch und die Kommunikation darüber sind Anliegen des Festivals. Dementsprechend bot die Hauptstätte – das Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei – mit seinen Werkstätten, Ateliers, Läden und Industriehallen die perfekte Umgebung. Darüber hinaus bezog ein Festivalparcours die Karl-Heine-Straße mit ein und zeigte Ausstellungen in Cafés, Kneipen und leer stehenden Wohnungen. Viel Raum für die Kunst, die Besucher und die Künstler, sich über den Weg zu laufen und sich auszutauschen.

F/STOP Space

F/STOP Space

Vom ersten Festival und vom Austausch mit den Besuchern hat das F/Stop-Team gelernt und seine Erfahrungen umgesetzt im zweiten. Ein Festival generiert das nächste. Das diesjährige Festivalthema ist daher eine logische Konsequenz: Die Frage Von hier aus, wohin? erwartet spannende Antworten.

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  1. Euer Problem ist einfach, dass ihr von außen gesteuert werdet und glaubt etwas vorweisen zu müssen. Das ist ein völlig krankes Bewusstsein. Diese ganzen Projekte, diese deutsche Tüchtigkeit das hängt mir so zum Hals raus. Was bei raus kommt ist noch nicht mal oberflächlich.
    Schon dieses Arschgekrieche bei den Profs., die aufgeblasene Haltung….pfui.
    Ihr habt nichts mitzuteilen, ihr habt auch keine Leidenserfahrung, um ein Recht zu haben, Kunst zu machen oder zu kuratieren.

    Ich meine, versucht einfach mal die Finger so steif wie möglich zu halten. Nichts tun. Rein gar nichts und sich darüber klar werden, dass das der totale Genuss ist. Dann werd ihr einen Schritt weiter.

    …und würden wahrscheinlich nicht einen gesamten Blog zuposten. Sorry, aber das war Dein letzter Beitrag. (die Redaktion)

    Kommentar von Desmond — 30. Juni 2009, 11:18

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